CALL FOR CONTRIBUTIONS TRANS 28 ‹ZWEIFEL›

08.09.2015

Unser technologischer Fortschritt und unsere Präzision im Planen lassen keinen Freiraum um größere Fragen nach Existenz zu stellen. Noch bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts konnten wir unsere  Zweifel am System und der Zukunft durch Science Fiction und Utopieentwürfe in der Literatur, im Film und in der Architektur gut kommunizieren. Heute hingegen scheint unsere Angst vor Veränderungen gesiegt und Zweifel durch strikte Vorgaben ersetzt zu haben.

Dieses Verlangen nach Stabilität betrifft nicht nur unsere Gesellschaft und Politik, die Architektur ist genauso davon ergriffen: Unsere Renderings stellen exakt dar, was gebaut wird. Die Statik sagt voraus, was in unterschiedlichen Konditionen mit dem Gebäude passieren wird. Die Nachhaltigkeitsdebatte stellt absolute Rahmenbedingungen auf, die jedes Bauvorhaben angleichen. Reglementiertes Bauen lässt wenig Spielraum für Zaudern, Ausprobieren und Umdenken.

Wir können zwar nicht pauschalisieren, dass die Architektur – Als Kunst und als Disziplin – nichts mehr in Frage stellt. Diese Fragen bewegen sich jedoch oft nur innerhalb fester Grenzen, die uns an unserer Weiterentwicklung hindern. Hinterfragt wird um des Hinterfragens willen, ohne der Intuition des Zwiespalts zu vertrauen.

In dubio oder das Zweifeln stellt einen Forschungs- und Erkenntnisprozess dar, der weder optimistisch noch pessimistisch ist. Kühles und kritisches Zweifeln legt den Finger in die Wunde. Mit trans 28 ‹Zweifel› erhoffen wir einen Diskurs ausgeräumter und aktueller Zweifel. Themen, die das Potential entwickeln könnten, Architektur in neuen Perspektiven zu sehen.

Für diese Diskussion suchen wir Positionen und Thesen, die in ihrer Form divers sind. Es sind sowohl wissenschaftliche Arbeiten, persönliche Essays, Pamphlete, Dokumentationen wie auch Grafiken, fotographische Arbeiten oder hybride Methoden der Auseinandersetzung möglich. Vorerst sind wir an einem Kurzbeschrieb Ihres Beitrags interessiert und bitten Sie uns Ihr Abstract bis zum 11. Oktober per Mail zukommen zu lassen. Der vollendete Beitrag sollte bis zum 13. Dezember vorliegen.

trans 28 wird ab Mitte Februar 2016 im Buchhandel erhältlich sein.